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Mit einem Frühwarnsystem Konflikte in der Schule erkennen und lösen
„Jedes Problem der Welt hätte gelöst werden können, solange es noch klein war“, lautet ein altes chinesisches Sprichwort. Legen Sie diesen Satz Ihrem Führungsverhalten zugrunde. Damit vermeiden Sie, dass sich Reibereien zu unlösbaren Teamkonflikten auswachsen. Doch in der Praxis brauchen Sie Anhaltspunkte, wann Sie bei einem Problem eingreifen sollten und
vor allem: wie. Bei diesen Entscheidungen hilft es Ihnen, zwischen verschiedenen Konfliktarten zu unterscheiden und spezifisch zu reagieren.
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Konflikte in der Schule rund um Werte: einen pädagogischen Konsens finden
Sicher kennen Sie folgende Situation: Bei der Diskussion um das Handyverbot erhitzen sich die Gemüter Ihrer Kollegen. Während ein Teil des Kollegiums dafür ist, durch ein Verbot das Problem aus der Welt zu schaffen, findet der andere Teil dieses autoritäre Gebaren unzeitgemäß und wirkungslos. Nach der Abstimmung, in der ein Handyverbot ausgesprochen wird, erwarten Sie, dass alle Kollegen eine demokratische Haltung an den Tag legen und die Entscheidung mittragen.
Doch die Realität sieht oft anders aus: Unterlegene Kollegen beharren auf ihrem Standpunkt und tolerieren die Handynutzung in der Pause oder im Klassenzimmer trotz des allgemeinen Verbots. In diesem Fall haben Sie einen Wertekonflikt innerhalb Ihres Kollegiums zu bewältigen. Gehen Sie diesen bald an, denn er hat noch eine äußerst unangenehme Nebenwirkung: Ihre Schüler nehmen die Kluft zwischen den Kollegen sensibel wahr und nutzen dies aus. „Wenn Herr Meier in Bezug auf das Handy zu uns hält, können wir ihn vielleicht auch bei anderen Regeln auf unsere Seite ziehen!“ ist die bewusste oder unbewusste Überlegung Ihrer Schüler. Folglich leisten sie sich immer mehr Regelübertretungen und reagieren pampig, wenn sie von den Lehrern angesprochen werden.
So reagieren Sie richtig:
- Sprechen Sie Kollegen an, wenn Sie feststellen, dass sie Konferenzbeschlüsse umgehen.
- Sorgen Sie bereits bei der Beschlussfassung für eine möglichst große Akzeptanz. Appellieren Sie an den Teamgeist der Kollegen, den Beschluss mitzutragen und die Umsetzung aktiv zu unterstützen.
- Thematisieren Sie von Zeit zu Zeit die Einhaltung von schulweiten Regeln. Setzen Sie dazu ein Team ein, das sich um die Evaluation kümmert und Verbesserungsvorschläge entwickelt.
- Schaffen Sie möglichst viele Situationen, in denen pädagogische Einstellungen im Kollegium diskutiert werden, z. B. im Rahmen der Leitbildentwicklung.
- Fördern Sie eine Atmosphäre der Toleranz und Vielfalt.
- Fordern Sie andererseits eine einheitliche Linie ein, wenn Regeln beschlossen wurden.
Mehr zu Konflikte in der Schule.
Konflikte in der Schule aufgrund verschiedener Interessen: einen Ausgleich suchen
Eine weitere häufige Ursache für einen Konflikt ist, dass sich Kollegen in ihren Bedürfnissen nicht genügend berücksichtigt sehen, z. B. beim Stundenplan oder bei der Klassenzusammensetzung. Einen Interessenkonflikt können Sie in der Regel relativ leicht erkennen: Der unzufriedene Kollege beschwert sich bei Ihnen.
So reagieren Sie richtig:
Führen Sie in einem aktuellen Schulkonflikt ein Mitarbeitergespräch. Erläutern Sie darin die Hintergründe. Suchen Sie gemeinsam nach Erleichterungen, die die Situation erträglicher machen. Jedoch ist es am besten, vorzubeugen und so die Toleranz der Kollegen zu erhöhen:
- Sorgen Sie für höchstmögliche Transparenz von Entscheidungen und Vorgängen.
- Sammeln Sie für möglichst viele Vorgänge die Wünsche der Kollegen. Betonen Sie aber, dass es keine Erfüllungsgarantie gibt.
- Lassen Sie die Kollegen erleben, dass Sie langfristig für ein hohes Maß an gerechter Verteilung sorgen.
Konflikte in der Schule rund um Beziehungen: vermitteln Sie
Ein Interessenskonflikt kann sich zu einem Beziehungs- und Rivalitätskonflikt auswachsen. Dann geht es nicht mehr um den Stundenplan, sondern die unterstellte Benachteiligung oder die Bevorzugung rückt in den Mittelpunkt. Beziehungskonflikte zu handhaben wird dadurch erschwert, dass der genaue Gegenstand vom Konflikt in der Schule im Nebulösen liegt und kaum auszumachen ist. Außerdem verhärten sich schon nach kurzer Zeit die Fronten. Zu erkennen sind Beziehungs- oder Rivalitätskonflikte an der „dicken Luft“ zwischen den Konfliktparteien. Im fortgeschrittenen Stadium sprechen sie nicht mehr miteinander und vermeiden die Zusammenarbeit. Zunehmend versucht jeder, Sie und andere Kollegen als Koalitionspartner auf seine Seite zu ziehen und zu beweisen, dass er selbst im Recht, der andere im Unrecht ist.
So reagieren Sie richtig:
Greifen Sie frühzeitig ein. Gehen Sie dabei systematisch mit folgendem Ablaufschema vor:
- Sie erkennen das Problem, sammeln Beobachtungen und bilden sich einen vorläufigen Eindruck.
- Sprechen Sie die Konfliktparteien einzeln an. Teilen Sie Ihre Beobachtungen mit und lassen Sie sich die Situationssicht beschreiben. Informieren Sie sie über Ihre Absicht, ein moderiertes Dreiergespräch zu führen. Loten Sie die Kompromissbereitschaft aus.
- Moderieren Sie ein Konfliktgespräch.
- Treffen Sie klare Abmachungen und überprüfen Sie deren Einhaltung.
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